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Intraoculäre Contactlinse

Intraoculare Contactlinse (phake intraoculare Linse)


Bericht von Augenarzt Dr. Wolfgang Pfäffl

Der Name "Contact"-Linse ist irreführend, denn keinesfalls wünscht sich der Operateur, dass die eingepflanzte Linse in einen Kontakt zu den anderen empfindlichen optischen Strukturen wie Hornhautrückseite oder Linsenvorderseite tritt. Eingebürgert hat sich dieser Begriff deshalb, weil dem Laien damit erklärt werden soll, dass die bisher auf der Hornhaut getragene Contactlinse als zusätzliche Linse fest ins Auge eingepflanzt werden soll. Korrekterweise sollte man deshalb von einer "phaken intraocularen Linse" sprechen.

Die einpflanzbare Contactlinse stellt eine Alternative zur LASIK-Operation bei starker Fehlsichtigkeit dar. Es ist die konsequente Weiterentwicklung der Technik der Linseneinpflanzung, die die Augenheilkunde seit Jahrzehnten bei der Operation des grauen Stars entwickelt hat.


Technik

Durch einen kleinen 3mm breiten Schnitt an Rande der Hornhaut wird mit Hilfe eines Injektors eine 130 µm dünne speziell für den Patienten gefertigte Kontaktlinse in die vordere Augenkammer eingespritzt. Dort entfaltet sich die Linse und wird mit speziellen Instrumenten in den schmalen Spalt zwischen menschlicher Linse und Regenbogenhaut geschoben. Um ein weiterhin unkompliziertes Abfließen des Augenwassers zu ermöglichen, muss ein zusätzliches kleines Fensterchen (Iridektomie) in der Regenbogenhaut angelegt werden. Die Operation dauert in geübten Händen ca. 15.Minuten und lässt sich in Tropfanästhesie durchführen. Der Patient kann bereits am Folgetag mit einer entscheidenden Verbesserung seiner Sehschärfe rechnen.

Material: Collamer

Die biologische Verträglichkeit von Collamer wird seiner Hydrophilie zugeschrieben, dem hohem Wassergehalt von 30%  und dem kleinen Anteil von Kollagen, das kovalent an das synthetische Linsenmaterial PolyHEMA gebunden ist. Experimente im Reagenzglas haben gezeigt, dass das natürlicherweise im Augenwasser vorkommende Fibronectin eine besondere Verbindung mit dem an der Kunstlinse gebundenen Collagen eingeht und die Linse innerhalb von wenigen Wochen nach Einpflanzung ins Auge mit einer hauchdünnen Schicht überzieht und mit einer Art Biofilm einkapselt. Damit  werden Abstoßungsreaktionen irgendwelcher Art unterbunden, da das eigentliche Linsenmaterial dem Abwehrsystem des Körpers verborgen bleibt.  Gegenwärtig verfügbare Daten zeigen, dass Linsen dieses Materialtyps bis zu sieben Jahren nach Einpflanzung entfernt werden können, ohne dass irgendwelche Entzündungszeichen oder Verwachsungen mit anderen Augenstrukturen entstanden sind.

Was gilt es zu bedenken?

  1. Vorteil der ICL ist die Möglichkeit die durchgeführte Brechkraftveränderung des Auges wieder rückgängig zu machen, zu können. Wie bei der LASIK-Operation bleibt die Fähigkeit des Auges, sich auf Objekte in Ferne und Nähe einzustellen zu können (Akkomodation) erhalten. Auch wird hier die Optik des Linsensystems des Auges durch zusätzliches Einbringen einer Brille optimiert und nicht wie bei den Excimer-Laseroperationen, durch eine bleibende Veränderung der Brechkraft der Hornhaut verändert. Starke Brechkraftveränderungen von mehr als -10dpt lassen sich nicht mehr zufrieden stellend mit dem Excimer-Laser an der Hornhaut herbeiführen. Die zusätzlich vor der menschlichen Linse eingeschobene Kunstlinsen liegen näher am Kreuzungspunkt der ins Auge einfallenden Lichtstrahlen und ist so konstruiert, dass sie die sphärischen Aberrationen der Lichtstrahlen minimieren. Intraoculare Linsen erzeugen deshalb auf der Netzhaut eine bessere optische Abbildung, vor allem, weil sie die natürliche gebogene Geometrie der Hornhautkrümmung erhalten und eine größere optische Zone erzeugen, die vor allem ein besseres Dämmerungssehen bei mittlerer Pupillenweite gewährleisten. Dies hat Vorteile, wenn man extreme Brechkraftveränderungen erreichen will. Aus diesem Grund empfehlen wir, wie auch 40% der befragten refraktiven Chirurgen der letzten ISRS-Umfrage (International Society of Refraktive Surgery) diese Form der Brechkraft verändernden Operation bei Patienten, die Kurzsichtigkeit über -10dpt oder Weitsichtigkeit über +5dpt korrigieren lassen wollen, da hier das gesamte optische Ergebnis, vor allem was die Nachtfahrtauglichkeit angeht gegenüber der LASIK-Operation Vorteile zu haben scheint.
  2. Nachteil dieser Brechkraft verändernden Operation ist die im Vergleich zur LASIK-Operation weniger lange Erfahrung die geringer Häufigkeit der dieser Operation im Vergleich zur LASIK und die Unkenntnis der Langzeitwirkung jenseits von 10 Jahren. Weltweit sind größenordnungsmäßig bisher über 100.000 einpflanzbare Kontaktlinsen implantiert worden, ein Bruchteil der Erfahrungen, die man mit der LASIK-Operation gesammelt hat. Zum heutigen Zeitpunkt lässt sich abschätzen, ob das Langzeitrisiko der Entwicklung einer verfrühten Entwicklung von Linsentrübung (Katarakt) bei ca. 10% liegt. Durch Weiterentwicklung des Linsendesigns insbesondere auch die Verbesserung zur Zirkulation den Kammerwassers (ab ICL-Staar V6) konnte die Häufigkeit der durch die Einpflanzung verursachten Linsentrübung deutlich auf ca.3% reduziert werden. Dennoch sollte die Operation vorerst nur den über 30-Jährigen empfohlen werden, da nach dem Einsetzen der Alterssichtigkeit Mitte des 4.Lebensjahrzentes bei einer eventuell vorzeitig auftretenden  Linsentrübung bedenkenloser der Eingriff einer verfrühten Operation des grauen Stars akzeptiert wird.                              
  3. Das Risiko einer Augendrucksteigerung (Glaukom) und Netzhautablösung (Ablatio) ist bei Patienten mit starker Fehlsichtigkeit im Vergleich zur Normalbevölkerung ohnehin erhöht. In wieweit die eingepflanzte Kontaktlinse zu einer weiteren Erhöhung als eigenständiges Risiko beiträgt müssen Langzeitbeobachtungen klären. Bisher ergibt sich jedoch kein Anhaltspunkt für gesteigerte Bedenken. Ein Patient, der sich in regelmäßiger augenärztlicher Betreuung befindet, kann jedoch davon ausgehen, dass man in beiden Fällen Abhilfe schaffen kann. Im Fall der vorzeitigen Linsentrübung, die zum Abfall der Sehschärfe geführt hat, muss die eingepflanzte Kontaktlinse wieder entfernt werden. Die getrübte Linse wird dann durch eine Kunstlinse ersetzt und bei deren Brechkraftberechnung die ursprünglich vorliegende  Fehlsichtigkeit mit einberechnet. Der Patient hat damit auch nach der Zweitoperation weiterhin die Chance ohne schwerwiegende Sehhilfe, oder ganz ohne Sehhilfe scharf zu sehen. Bei drohender chronischer Augendrucksteigerung sollte die Druck senkende Therapie konsequent angegangen werden, im Zweifelsfall die eingepflanzte  Kontaktlinse wieder entfernt oder durch eine intraoculare Linse ersetzt werden, wie sie bei der klassischen Katarakt-Operation eingepflanzt wird.


 
Welche Probleme können auftreten?  

Wie bei allen extrem Fehlsichtigen, kann es  auch bei dieser Methode durch Lichtbrechung am Rand der optischen Zone - hier der eingepflanzten Kontaktlinse -  zur verstärkter Blendung oder Lichtstreuungseffekten kommen. Dies kann zu Problemen während nächtlicher Autofahrten führen. Patienten die sich für diese Operation entscheiden, sollten mit Ihrem Operateur die Bedeutung der optischen Zone diskutieren. Wir empfehlen aus unserer eigenen Erfahrung keine Linsen mit kleinerer optischer Zone als 5,0 mm implantieren zu lassen und die verbleibende Fehlsichtigkeit dann durch eine Brille, Kontaktlinse oder LASIK-Operation zu optimieren. Besteht eine beidseitige Fehlsichtigkeit, kann es nach Operation des ersten Auges bis zum Zeitpunkt der Operation am 2.Auge durch den wahrgenommenen Bildgrößenunterschied durch die Ungleichheit beider Augen zu Störungen des beidäugigen Sehens kommen. Aus der Umfrage der ISRS  (International Society of Refraktiv Surgery) halten 8% der refraktiven Chirurgen die Technik für so sicher, dass sie beide Augen an einem Tag operieren, da unter Umständen Doppelbilder und Schwindelgefühle auftreten. Erst nach der Operation des Partnerauges darf damit gerechnet werden wieder ein Fahrzeug führen zu dürfen.  Schwere Nebenwirkungen sind zwar nicht wahrscheinlich, können jedoch mit Sicherheit nicht ausgeschlossen werden. Wie bei jeder Augeneröffnenden Operation wäre als schwerste Komplikation eine Infektion des Auges denkbar, die im Extremfall bis zur Erblindung des Auges führen könnte. In seltenen Fällen könnte man sich auch vorstellen, dass die eingepflanzte Kontaktlinse nicht vertragen wird  und das Auge es quasi als Fremdkörper bekämpft. Dies würde zu chronischer Entzündung im Inneren des Auges und zu einer Erhöhung des Augendrucks (sog. Sekundärglaukom) führen. In schweren Fällen muss dann unter Umständen die Kunstlinse wieder entfernt werden. Wir empfehlen unseren Patienten bei der jährlichen Kontrolle die Anfertigung einer Hornhaut-Mikroskopie, um den Verlust von Hornhaut-Endothelzellen durch die intraoculare phake Linse (ICL) auszuschließen.   


Vorderkammerlinsen  

Im Markt der refraktiven Chirurgie stehen auch Linsen zur Verfügung, die nicht hinter der Regenbogenhaut, sondern vor der Regenbogenhaut in die Vorderkammer des Auges eingepflanzt werden. Hier kann auch eine Lockerung der Linse mit dem Ausweichen aus der optimalen optischen Achse (Dezentrierung) auftreten. Bei schlechtem oder zu lockerem Linsensitz besteht das nachgewiesene Risiko einer Schädigung der Zellen an der Innenseite der Hornhaut (Endothelzellverlust s.o.). Patienten mit eingepflanzter Vorderkammerlinse sind grundsätzlich jährliche Kontrollen mit Messung der Endothelzellzahl empfohlen. Beim Unterschreiten eines bestimmten Grenzwertes sollte die Vorderkammerlinse wieder entfernt werden. Im einen Fall der Dezentrierung würde ein Astigmatismus vorgetäuscht werden, im anderen Fall der Endothelzellverlustes könnte eine Trübung der Hornhaut auftreten. Diese Nebenwirkungen können mit guter Aussicht auf Besserung behandelt werden, machen jedoch eine 2.Operation, bez. die Entfernung der Kunstlinse erforderlich.


Clear Lens Extraction (CLE)

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