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KAMRA Inlay

Das KAMRA Inlay bei Alterssichtigkeit

Die Implantation eines KAMRA-Inlays ist ein modernes Verfahren zum Ausgleich der Alterssichtigkeit oder Presbyopie. Das KAMRA-Inlay nutzt den fotographischen Effekt einer hohen Tiefenschärfe durch kleine Blende (Stenopäischer Effekt). Das Inlay wirkt wie eine hauchdünne Mini-Blende, die mit Hilfe der Femtosekunden-Lasertechnik in die Hornhaut des Auges eingesetzt wird, um eine weitgehende Unabhängigkeit von der Lesebrille zu erreichen. Sie kann auch in Augen eingesetzt werden, bei denen früher eine LASIK durchgeführt wurde und kann bei Unzufriedenheit  des Patienten in einem Zeitraum bis zu 3 Monaten in der Regel problemlos rückgängig gemacht werden..
 
Das KAMRA Inlay wurde 2005 unter dem Namen AcuFocus Hornhaut-Implantat eingeführt. Aufgrund der guten wissenschaftlichen Ergebnisse wurde es 2009 als KAMRA Inlay in Europa zugelassen (CE-Zertifikat). Seitdem ist die KAMRA laufend eingepflanzt, weiterentwickelt und perfektioniert worden. Inzwischen sind mehr als 15.000 Inlays mit beeindruckenden Ergebnissen eingesetzt worden. Fast 90% der operierten Patienten befinden sich in Japan, woran ersichtlich ist, dass in der westlichen Hemisphäre noch gewisse Skepsis und Zurückhaltung herrscht. Die Biokompatibilität des Implantates schein gut zu sein, allerdings gibt es vereinzelte Berichte, die vom Auftreten von Hornhaut-Trübungen („Haze“) im Bereich des Inlays berichten.

Großer Vorteil des KAMRA-Verfahrens ist die Tatsache, dass die Sehschärfe in der Ferne in der Regel nicht leidet, beziehungsweise sich sogar verbessert. Außerdem ist das Verfahren komplett reversibel, wenn das Implantat innerhalb von 3 Monaten wieder entfernt wird.

Wie alle Verfahren zur Behandlung der Alterssichtigkeit (Presbyopie) erhöht das KAMRA-Implantat die Unabhängigkeit von der Lesebrille im Alltag. Einen vollkommenen Ersatz der Lesebrille kann diese Methode nicht versprechen, zumal ja immer nur ein Auge, das den Lesevorgang dominiert mit dem Inlay ausgestattet wird. Die KAMRA Linse im Vergleich zu einer herkömmlichen Kontaktlinse (Bildrechte bei KAMRA-Acufocus)
 
Das KAMRA Inlay ist ein nur 5µm hauchdünnes Scheibchen mit einem Durchmesser von 3,8 mm und einer zentralen Fixblende von 1,6 mm. Es besteht aus einem speziellen Kunststoff (Polyvinylidenfluorid), der seit Jahren routinemäßig in intraokularen Implantaten verwendet wird. Durch die Einfärbung mit Karbon-Schwarz wird eine undurchsichtige Schwarzfärbung des Implantates erzielt. Über 8.000 kleinste Laser-Perforationspunkte sind nach Zufallsprinzip über das Implantat verteilt, um einen ausreichenden Austausch von Nährstoffen zur Ernährung der verschiedenen Hornhautschichten zu gewährleisten.
 
Die KAMRA Operation
 
Die KAMRA Linse wird ambulant eingesetzt, zur Betäubung sind lediglich Augentropfen erforderlich.
Wie bei der Femto-LASIK wird zunächst mit einem Femtosekundenlaser eine "Tasche" im Inneren der Hornhaut in 200µm Tiefe erzeugt.
1. KAMRA Linse: Mit dem Femtosekundenlaser wird die Hornhauttasche präpariert
2. KAMRA Linse: Die Hornhautlamelle wird hochgeklappt
3. KAMRA Linse: Das Implantat wird über der Pupille zentriert
4. KAMRA Linse: Die Hornhautlamelle wird zurückgeschlagen   
(1.)  Der Femtosekundenlaser präpariert eine Hornhauttasche,
(2.)  die Hornhautlamelle wird aufgeklappt,
(3.)  die KAMRA Linse wird über der Pupille zentriert und
(4.)  die Hornhautlamelle wird zurückgeklappt.

Die KAMRA Linse wird nur in das Auge eingesetzt, das den Lesevorgang dominiert. Direkt nach der Behandlung ist das Sehen noch etwas verschwommen, aber bereits nach wenigen Stunden verbessert sich das Sehen in die Ferne wieder. Das Sehvermögen in die Nähe verbessert sich dann im Laufe einiger Tage bis Wochen ohne dass das Sehen in der Ferne leidet. Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens ist, dass man das die KAMRA Linse ohne Folgen wieder entfernen kann, sollte es den Erwartungen nicht entsprechen oder sonstige Irritationen erzeugen.

Wie perfekt ist das KAMRA-Inlay?

Nicht in allen Fällen ist der vollständige Verzicht auf eine Lesebrille möglich. Das Sehen im Nahbereich ohne Brille ist jedoch bleibend deutlich besser als vor dem Einsetzen der KAMRA Linse.

Eine typische Nebenwirkung ist die Wahrnehmung schwacher Lichthöfe (Halos) um Lichtquellen bei Dämmerung und bei Nacht. Diese Lichthöfe verschwinden in den meisten Fällen im Laufe weniger Wochen bis Monate, da sich das Gehirn daran gewöhnt. Das Auge mit dem Implantat hat einen größeren Lichtbedarf, da ein Teil der ins Auge eintretenden Lichtmenge naturgemäß durch den Blendeneffekt des KAMRA-Implantates ausgeblendet wird. Häufig entsteht  für einige Wochen oder Monate eine vermehrte Trockenheit der Augen. Weitere Komplikationen sind sehr selten und fast immer gut behandelbar. Nur in extremen Ausnahmefällen kann es zu einer bleibenden Sehverschlechterung kommen. Das Implantat muss dann wieder entfernt werden.

Für wen ist die KAMRA Linse nicht geeignet?

Ungeeignet sind grundsätzlich Patienten mit chronisch fortschreitenden Hornhauterkrankungen (z.B. Keratokonus), mit nur einem guten Auge und mit gewissen Netzhauterkrankungen.

Behandlungskosten

Die Behandlungskosten für die KAMRA Linse werden weder von der gesetzlichen noch von der privaten Krankenversicherung erstattet. Dies gilt auch für die erforderlichen Voruntersuchungen und die Nachkontrollen bis 3 Monate nach der Behandlung. Die Abrechnung der Behandlung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Gesamtkosten können wir Ihnen gerne nach einer ausführlichen Untersuchung zusammenstellen, da abgeklärt werden muss ob es sich um eine reine Alterssichtigkeit handelt oder zusätzliche optische Fehler vorliegen. Der Kostenrahmen für die alleinige Implantation (ohne ev. Nötige Excimer-Laserbehandlung) liegt normalerweise um 2300€.